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Am 02.11.2012 - 10:59 Uhr schrieb Norbert Neuwirth
 
Sprachlos schuldig!

Da war es wieder, dieses Drücken im Hals, das den Gaumen trocken und kalt werden lässt. Ich war weder überrascht noch schockiert, aber zu keinem Wort fähig. //Ja, ich gebe den Philipp in die Neulandschule ...// Doris hatte sich entschieden. Konnte ich was dazu sagen? Durfte ich? Ich konnte nicht. Es blieb beim trockenen, nutzlosen Statement //Ich war selbst dort, meine Kinder kommen da sicher nie hin!//. Abgehakt. Die ohnmächtige Wut hinterließ deutliche Zahnabdrücke auf meiner Unterlippe. [Sprachlos.]

Mein Großvater war beim Neulandbund, mit einigen andern vom Bund waren beide Großelternpaare befreundet. Trotz des katholischen Hintergrunds in der Familie, wuchs ich religiös unvorbelastet auf. Diese Kombination bot wohl beste Voraussetzungen für die nun folgende Missionierung von allem Lebensbejahenden in mir. [Wir sind alle schuldig, wertlos!]

Meine Eltern brauchten ihre Zeit für sich, der Laaerberg war in der Nähe und somit bald beschlossen, dass ich dort zur Volksschule zu gehen hatte, halbinterniert. Meine Erinnerungen sind inzwischen erfolgreich getilgt, doch ein Gedanke zog sich über die letzten sechs dieser acht Jahre: //Wann bring ich mich um? Wie töte ich mich? Warum bin ich noch hier?// Jede Hausübung, jede Vorbereitung machte ich erst auf den letzten Drücker, da ich sie ja umsonst gemacht hätte, würde mich mal kurz die Angst verlassen und ich mich wirklich vor die Gleise werfen würde, oder vom Schuldach springen, oder vom Hochhaus gegenüber, oder ... [Ich konnte mit niemandem reden, war sprachlos, schuldig waren wir ohnehin alle.]

Dennoch, ich habe überlebt. Hatte sogar danach eine vergleichsweise freie Jugend in einer Schule der Gewerkschaft. Der in der Neulandschule entstandene und gefestigte Grundgedanke des einfachen Ausstiegs aus dem Leben trat zwar in den Hintergrund, ist mir aber - eben als wichtiger und prägender Teil meiner Kindheit - wohl bekannt.

Gestern wurde mir gesagt, dass der Philipp, der nun das sechste Jahr in die Neulandschule ging und den mein Sohn im Laufe dieser letzten sechs Jahre nur mehr ab und zu getroffen hat, aus seinem Fenster gesprungen ist. Bewusst kopfüber vom dritten Stock auf den Beton. Sofort tot. [Ich bin wieder sprachlos ... und schuldig, ob meiner Sprachlosigkeit, damals.]

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Am 10.12.2009 - 07:22 Uhr schrieb Michael Amon
 
Ich habe hier jetzt ein paar Tage lang die Diskussion über Kampfhunde zugelassen. In der Zwischenzeit sind fast 70 Einträge zu diesem Theme zusammengekommen. Aber irgendwann muß Schluß sein. Das ist eine Seite über Literatur, von mir aus auch Politik. Hunde sind hier kein Thema, nur weil ich ein einiges Mal in meinem Leben in meiner Funktion als Bürger (nicht als Schriftsteller) einen Kommentar im Standard zu Hunden abgegeben habe.
Wer weiterhin diese Diskussion führen will, mag das bitte auf den Seiten des Online-Standards machen. Hier werden in Hinkunft alle Postings zu diesem Thema von mir gelöscht bzw. nicht freigegeben.
Der Kommentar selbst ist sowohl im Online-Standard als auch hier auf der Homepage (unter "Kommentare") zu finden. M. A.

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Am 02.06.2009 - 22:26 Uhr schrieb Michael Amon
 
Dies ist mein neues Gästebuch. Das alte habe ich geschlossen, da viele Einträge einerseits nicht mehr von aktuellem Interesse waren, andererseits sich auch einiger "Mist" angesammelt hatte.
ACHTUNG: Ich werde jede Form von Beschimpfung unbarmherzig entfernen. Also bitte keine Verbalinjurien, keine Beleidigungen, Verleumdungen etc.
Bitte um strikte Einhaltung der NETtiquette!

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